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Hungrig online Befragung 2008
Bereits zweimal gab es bei hungrig-online eine große Teilnehmerbefragung. Zuletzt war dies im Sommer und Herbst 2003. Nach rund fünf Jahren wenden wir uns wieder an unsere Userinnen und User mit der großen Bitte sich an dieser Umfrage zu beteiligen.
Ein kurzer Rückblick auf die beiden gelaufenen Umfragen:
Die erste Umfrage im Jahr 2001 wurde von dem Wiener Psychotherapeuten Gerald Kral durchgeführt. Sie war kürzer und weniger differenziert als die nachfolgenden Umfragen. Nur ein Teil der Daten beider Umfragen waren miteinander vergleichbar.
Die 2.Umfrage im Jahr 2003 setzte neben den Fragen von 2001 erstmals standardisierte Fragebögen ein wie die deutsche Version des Eating Disorder Inventory (EDI) und zwei Fragebögen zur Lebensqualität. Ein wichtiges Ergebnis dieser Umfrage war, dass hungrig-online zwei große Nutzerinnen-Gruppen hat: zum einen Personen, die relativ kurz (einige Monate) bei hungrig-online waren, hilfreiche Informationen auf den Infoseiten fanden, in Forum oder Mailingliste eher wenig schrieben und hungrig-online als kurzzeitig interessantes Informationsportal nutzten. Zum anderen gab es deutlich länger registrierte Nutzerinnen, die dadurch oft große therapeutische Fortschritte gemacht hatten und das hungrig-online Netzwerk als positiven Begleiter beim Umgang mit ihrer Essstörung empfanden.
Warum gibt es die Umfrage 2008?
Seit 2003 hat sich viel geändert. Die Nutzung des Internet zur Informationssuche und zur Selbsthilfe ist für viele selbstverständlich geworden. Unter jüngeren Menschen liegt die Zugangsquote zum Internet heute bei mehr als 90%. Das hat sich in der stetigen Erweiterung der h-o Angebote und einer steigenden Nutzerinnenzahl gezeigt. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Befragung von 2003 stellen sich viele wichtige Fragen. Beispiele: wie viele Nutzerinnen von 2003 sind heute noch dabei oder was bewirkt eine langzeitige Beteiligung an hungrig-online für den eigenen Genesungsprozess. Für die Weiterentwicklung von hungrig-online ist es wichtig zu wissen, wie hilfreich die verschiedenen Informations- und Kommunikationsangebote sind, ob die Selbsthilfe zu einer verstärkten Annahme von Therapieangeboten führt oder ob viele Nutzerinnen sich auf das Ausweinen und den Austausch in der anonymen, kuscheligen Ersatzfamilie des Internets beschränken, da ohnehin keine Hilfe möglich sei. Werden durch die Mitarbeit bei h-o konkrete eigene Bemühungen um eine bessere Gesundheit blockiert? Auch geht es um die Einschätzung neuer Angebote wie das der virtuellen Selbsthilfegruppen.
Diese Fragen haben für die Zukunft von hungrig-online eine große praktische Bedeutung. Hungrig-online wird von Krankenkassen und Einzelspendern finanziell unterstützt. Mit wissenschaftlichen Ergebnissen bekommt hungrig-online einen viel beachteten Zugang zu Kongressen, Fachzeitschriften, Zeitungen und elektronischen Medien und kann damit die Kernbotschaft verbreiten: Essstörung lohnt sich nicht lohnt, es gibt einen Ausweg aus ihr. Auch aus der Befragung 2003 sind viele Ergebnisse veröffentlicht worden.
Wenn Nutzerinnen und Nutzer möglichst bald in den nächsten Wochen die Befragung ausfüllen (und sich dafür dankenswerterweise etwa eine Stunde Zeit nehmen), liegen auf der Jahresversammlung von h-o im November bereits erste Ergebnisse für die h-o Mitarbeiterinnen zur Verfügung. Eine erweiterte Auswertung durch den Studienleiter Dr. Peter Leiberich, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Psychosomatik des Uniklinikums Regensburg, Arzt und Psychotherapeut, kommissarischer Medizinischer Leiter von hungrig-online wird 2009 vorliegen. Interessierte Personen, die sich wissenschaftlich betätigen (wollen), sind eingeladen, an der Auswertung mitzuwirken. Die technische Erstellung der Internetbefragung lag in Händen von Tobias Kaiser, Laura Cojocaru und Peter Schäffner. Vielen Dank!
Einverständniserklärung
Erfassung von Nutzungshäufigkeit, -intensität, Themen und Wirkfaktoren in einem Internet-Selbsthilfeprojekt für Menschen mit Essstörungen
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